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Titusbogen
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top
Der Titusbogen (italienisch Arco di Tito) ist ein eintoriger Triumphbogen auf der Velia, einem HĂŒgel in Rom. Er ist der Ă€lteste erhaltene Triumphbogen der antiken Stadt und gehört heute zum archĂ€ologischen GelĂ€nde des Forum Romanum und des Palatin. Er ist Vorbild anderer Triumphbögen, so auch des Arc de Triomphe in Paris.
Kaiser Domitian lieĂ den Titusbogen in seinen ersten Amtsjahren errichten, um damit seinen verstorbenen Bruder und VorgĂ€nger Titus zu ehren. Domitian hatte die Vergöttlichung des Titus nach dessen Tod 81 n. Chr. zĂŒgig durchgesetzt. Der Titusbogen, der zeitnah erbaut wurde, feiert diese Aufnahme des Titus unter die Götter. Er bezieht sich auf den gemeinsamen Triumph, der Titus und Vespasian im Sommer des Jahres 71 fĂŒr ihren Sieg ĂŒber JudĂ€a gewĂ€hrt wurde. Dieses damals gut zehn Jahre zurĂŒckliegende Ereignis wird aus zwei GrĂŒnden in Erinnerung gerufen: Der Triumph zu Lebzeiten weist voraus auf die Apotheose nach dem Tod, und die BeutestĂŒcke aus dem Jerusalemer Tempel erinnern an den gröĂten Erfolg des Titus, die Eroberung Jerusalems im Jahr 70. Sie begrĂŒnden, warum Titus unter die Götter aufgenommen wurde. Domitians Interesse dabei war die Verherrlichung der flavischen Dynastie, der er selbst angehörte, somit seine Herrschaftssicherung.
Es gab einen Àlteren, schon zu Lebzeiten des Titus errichteten ersten Titusbogen im Circus Maximus, der aber im Mittelalter abgetragen wurde.
Contents
âą Lage
âą Inschriften
âą Architektur
âą Bauornamentik
âą Reliefschmuck
âą 19. Jahrhundert
âą 20. Jahrhundert
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Beschreibung des Monuments
Lage
Der Bogen steht auf der Höhe der Veliacite-ref-1[1] und am Kreuzungspunkt dreier StraĂen: via sacra, via nova und clivus Palatinus.cite-ref-2[2] Zugleich markiert er den Schnittpunkt dreier Regionen: Regio IV (Templum Pacis), Regio VIII (Forum Romanum) und Regio X (Palatium). Wahrscheinlich wurde er selbst der Regio IV zugerechnet.cite-ref-3[3]
Inschriften
Die an der Ostseite erhaltene antike Widmungsinschrift lautet:cite-ref-4[4]
âSENATUS
POPULUSQUE ROMANUS
DIVO TITO DIVI VESPASIANI F(ILIO)
VESPASIANO AUGUSTOâ
fĂŒr den vergöttlichten Titus, den Sohn des vergöttlichten Vespasian,
den Vespasian Augustus)
Diese vierzeilige Inschrift ist auf einer Tafel angebracht, welche aus drei Marmorplatten unterschiedlicher GröĂe besteht. UrsprĂŒnglich waren Bronzebuchstaben daran befestigt, d. h. wahrscheinlich an vorgefertigten Löchern aufgesteckt. Die Buchstabenhöhe nimmt von der ersten bis zur vierten Zeile ab. Die Verteilung der Buchstaben ist relativ ungeschickt, vor allem am Ende der dritten Zeile: dort musste aus Platzmangel die Rahmenbreite reduziert werden.cite-ref-5[5]
Von einer identischen Inschrift an der Westseite ist auszugehen. Der Text entspricht völlig dem Wortlaut, der bei der Widmung an einen vergöttlichten Kaiser ĂŒblich war. Es ist somit möglich, die Erbauung des Bogens nach dem Tod des Titus (13. September 81) und nach dessen von seinem Bruder und Nachfolger Domitian zielstrebig verfolgter Divinisierung zu datieren. Auf MĂŒnzen, die 81 und 82 geprĂ€gt wurden, ist Titus bereits als Divus dargestellt. Wahrscheinlich war die Vergöttlichung des Titus auch der Anlass fĂŒr den Bau des Titusbogens; somit kann diese BaumaĂnahme wohl in die ersten Regierungsjahre Domitians datiert werden (82 n. Chr. oder kurz danach).cite-ref-6[6]
Anstelle der verlorenen antiken Inschrift der Westseite wurde bei der Restaurierung des Titusbogens 1823 eine sechszeilige Inschrift mit Bronzebuchstaben neu angebracht:cite-ref-7[7]
âINSIGNE RELIGIONIS ATQUE ARTIS MONUMENTUM
VETUSTATE FATISCENS
PIUS SEPTIMUS PONTIFEX MAX
NOVIS OPERIBUS PRISCUM EXEMPLAR IMITANTIBUS
FULCIRI SERVARIQUE IUSSIT
ANNO SACRI PRINCIPATUS EIUS XXIIIIâ
(Das bedeutende Denkmal der Religion und der Kunst,
das durch sein Alter zu verfallen begann,
hat Papst Pius der Siebente
mit neuen Bauarbeiten, die das alte Vorbild nachbilden,
stĂŒtzen und erhalten lassen
im Jahre seines heiligen Prinzipats 24.cite-ref-8[8])
Die Inschrift dokumentiert das nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft erstarkte Selbstbewusstsein des Papstes. âDie Monumentalinschrift spiegelt Titusâ Monumentalinschrift. Durch ihre schiere GröĂe, die gewĂ€hlte Schriftart, ihren Ort und ihre LĂ€nge erklĂ€rt sie Pius VII. fĂŒr gleichwertig mit Titus, wenn nicht ihm ĂŒberlegen.âcite-ref-9[9]
Architektur
Der Bogen ist etwa 14,50 Meter hoch, 13,50 Meter breit und 4,75 Meter tief. Die BauausfĂŒhrung des Titusbogens war allerdings recht ungenau, und bei der Restaurierung des Bogens im frĂŒhen 19. Jahrhundert wurde dieser teilweise abgetragen und neu aufgebaut.cite-ref-10[10]
Auf einem mindestens 4 Meter tiefen Gussfundament mit Bretterverschalung, das abwechselnd aus Kalkstein- und Basaltsteinlagen gefĂŒgt wurde, erhebt sich das aufgehende Mauerwerk des Bogens. Es besteht aus Travertinblöcken, die mit Marmor verkleidet wurden. Unten, fĂŒr den Betrachter gut sichtbar, kam Pentelischer Marmor zum Einsatz, ĂŒber dem Architrav der weniger kostbare Lunensische Marmor. Um das Gewicht ĂŒber dem Gewölbe zu reduzieren, wurde eine Attikakammer eingezogen.cite-ref-11[11]
Der Bogen hat sowohl horizontal als auch vertikal einen klaren dreiteiligen Aufbau:cite-ref-12[12]
Horizontal:
âą oben: Attika,
⹠Mitte: SÀulenordnung mit GebÀlk,
âą unten: Sockel.
Die Trennlinien sind hier durch die jeweiligen Abschlussgesimse betont.
Vertikal: Zwei Pylone mit zurĂŒckspringenden AttikaflĂ€chen flankieren den Durchgang mit seinem vorspringenden GebĂ€lk und der Inschrifttafel. Die vertikalen Trennlinien werden durch vier FrontsĂ€ulen und Verkröpfungen in GebĂ€lk und Attika betont. Weitgehend glatte AuĂenfassaden kontrastieren mit der reichen Ornamentik und Reliefierung des Durchgangs.
An der Ostseite des Nordpylons befindet sich eine TĂŒr, durch die man ĂŒber eine Treppe in die Attikakammer und aufs Dach gelangt. Der Ansatz der Treppe ist römisch, der Rest wurde, ebenso wie die geziegelte und eingewölbte Attikakammer und das Dach (Kopfsteinpflaster), bei der Restaurierung im frĂŒhen 19. Jahrhundert ergĂ€nzt.cite-ref-13[13]
Bauornamentik
Basen, Sockel, Abschlussgesimse, KĂ€mpfer und Rahmen weisen schmucklose Profile auf.
Die beiden Triumphzug-Reliefs im Durchgangsbogen sind von je zwei Pilastern flankiert, die vorspringende KĂ€mpferkapitelle tragen: Aus einer Akanthusstaude wĂ€chst jeweils ein Stamm, von dem volutenförmige Ranken abgehen, die in BlĂŒten oder Tierkörpern enden (erkennbar sind Ziege, Hase, Hund, Löwe und Esel). Vogelpaare sitzen in den einzelnen Etagen; Adler auf BlitzbĂŒndeln bekrönen die Pilaster. Die AusfĂŒhrung ist sehr unterschiedlich, was als Defizit an Koordination und Planung, aber auch als VirtuositĂ€t und Abwechslungsreichtum beurteilt werden kann.cite-ref-14[14]
Das Gewölbe hat eine Kassettendecke von 7 Ă 15 Feldern, von denen das Scheitelrelief (siehe unten) 3 Ă 3 Felder ausfĂŒllt. Die qualitĂ€tvollere Arbeit findet sich im unteren Bereich, wĂ€hrend weiter oben schlechtere Steinmetzen eingesetzt wurden. Da am Bau gearbeitet wurde, hatten diese auch die schlechteren Arbeitsbedingungen. Sie standen auf der obersten Plattform eines im Durchgang eingezogenen GerĂŒsts und bearbeiteten Gewölbepartien auf bzw. ĂŒber Kopfhöhe. Dabei lieferten sie entsprechend âmonotone und qualitĂ€tsloseâ Ornamentik ab. Zeitdruck erzwang schlieĂlich den Abbruch der Kassettierungsarbeiten.cite-ref-15[15]
Weitere Ornamentik findet sich an den beiden Schlusssteinen des Torbogens und den insgesamt acht kannelierten SĂ€ulen. Von ihren Kapitellen sind nur zwei bauzeitlich, und zwar die beiden Durchgangskapitelle der Ostseite. Sie galten lange, wenn auch unzutreffend, als frĂŒheste Beispiele der Verbindung von ionischem und korinthischem Kapitell zum Kompositkapitell. Ebenfalls an der Ostfassade blieb ein Teil des GebĂ€lks erhalten. Es zeigt Akanthusstauden, aus welchen Ranken sprieĂen, die in BlĂŒten enden, aus denen wiederum Tiere hervorgehen, und zwar abwechselnd Huftiere und Pfoten/Tatzentiere.cite-ref-16[16]
Das gesamte Attika-Abschlussgesims ist eine moderne ErgÀnzung nach dem Vorbild des Trajansbogens von Ancona.cite-ref-17[17]
Reliefschmuck
Durchgangsreliefs
â
Hauptartikel
:
Triumphzug-Reliefs des Titusbogens
Innerhalb des Gewölbes befinden sich zwei groĂe Bildtafeln:
âą Triumphatorrelief (Nordseite): Kaiser Titus bewegt sich, bekrĂ€nzt von der Siegesgöttin Victoria, auf einer Quadriga vorwĂ€rts. Die kriegerisch gekleidete Virtus, das tapfere Verhalten im Krieg, fĂŒhrt die Pferde an. Honos, die Verkörperung der ehrenvollen BĂŒrgertugend, sowie zwölf Liktoren begleiten den Zug. Im Bildprogramm des Titusbogens ist der Triumphzug von 71 jenes Ereignis in der Biografie des Titus, das zu seinen Lebzeiten auf seine Apotheose vorausweist.cite-ref-18[18] Der Triumphzug selbst wird in der antiken Literatur detailliert von Flavius Josephus beschrieben.
âą Beuterelief (SĂŒdseite): Das gegenĂŒber dem Triumphatorrelief angebrachte Beuterelief begrĂŒndet die Aufnahme des verstorbenen Titus unter die Götter, indem es wie ein Rechenschaftsbericht (res gestae) seinen gröĂten Erfolg in Erinnerung ruft: die Eroberung Jerusalems.cite-ref-19[19] Hier sieht man einen Ausschnitt des Triumphzugs, der soeben einen am rechten Bildrand schrĂ€ggestellten Torbogen erreicht. Je acht einfache römische Soldatencite-ref-20[20] tragen Gestelle (fercula), auf denen besonders wertvolle BeutestĂŒcke aus dem Jerusalemer Tempel prĂ€sentiert werden; vorausgetragene Tafeln (tituli) identifizieren diese Objekte fĂŒr das Publikum. Es gibt drei Tafeln und zwei Schaugestelle. Auf dem vorderen Schaugestell erkennt man den goldenen Schaubrottisch, auf dem zwei RĂ€uchergefĂ€Ăe stehen; zwei silberne Trompeten sind zwischen den Tischbeinen drapiert. Auf dem hinteren Schaugestell wird die goldene siebenarmige Menora vorbeigetragen. Zuletzt gingen Fergus Millar und ihm folgend Michael Sommer davon aus, dass diese auffĂ€llige bildliche HĂ€ufung jĂŒdischer KultgegenstĂ€nde in der Propaganda der Flavier den Juden die Rolle der AuĂenstehenden zugewiesen habe, wodurch dargestellt worden sei, dass Vespasian und Titus einen Sieg ĂŒber Ă€uĂere Reichsfeinde und nicht ĂŒber einfache Rebellen errungen hĂ€tten.cite-ref-21[21]
Scheitelrelief
In der Mitte des Gewölbes sind 3 Ă 3 Kassettenfelder ausgespart, in denen das Scheitelrelief gerahmt von Lorbeergirlanden, die in den Ecken von Putten gehalten werden, seinen Platz hat. Es zeigt Titus auf einem Adler reitend, welcher den Kopf in Richtung des Forums gewandt und die FlĂŒgel weit ausgebreitet hat. Der Kopf des Divus Titus zeigt noch die Spuren von Schlageisen und Bohrer, die abschlieĂende GlĂ€ttung unterblieb. âFurchen durchziehen die Stirn, die schlitzförmigen Augen sitzen schrĂ€g, das Doppelkinn zeichnet sich markant ab, das r. Ohr ist in die FlĂ€che geklappt.âcite-ref-22[22] Andere Gesichtsmerkmale des Titus wie das geteilte Kinn und die vollen Lippen fehlen. Auch dieses Relief entstand am Bau; man sieht es daran, dass der Steinmetz beim rechten AdlerflĂŒgel unerwartet auf einen DĂŒbel traf. Die Figur wurde ungeschickt angelegt, so dass die obere SchĂ€deldecke des Titus vom Rahmen abgeschnitten wird. Obwohl Titus auf dem Adler reitend eigentlich in rechtem Winkel zu diesem zu sehen sein mĂŒsste, erscheinen beide hier parallel. Der Adlerflug ist ein klassisches Symbol der Apotheose, unabhĂ€ngig davon, ob bei der Konsekration des Titus ein Adler von seinem Scheiterhaufen aufstieg, wie es im Konsekrationszeremoniell erst seit Septimius Severus bezeugt ist.cite-ref-23[23]
Victorien
Vier geflĂŒgelte, mit Chiton bekleidete Victorien sind in den Gewölbezwickeln dargestellt. Dabei wurden feste Vorbilder kopiert und den Figuren unterschiedliche Attribute beigegeben:
âą Ostseite rechts: Tuba
âą Ostseite links: Vexillum
âą Westseite rechts: Eichenkranz und Palmzweig
âą Westseite links: Tropaion
Gerade weil die gleichen Vorlage der FlĂŒgelfigur kopiert wurde, sieht man die unterschiedlichen FĂ€higkeiten der Steinmetzen: An der Ostseite wurden die GewĂ€nder weich und flieĂend modelliert, das Gefieder der FlĂŒgel ist fein und gerundet; auf der Westseite ist das nicht der Fall. Die Verteilung der Attribute hat System. Auf der Ostseite ist man mit Tuba und Vexillum sozusagen noch im KampfgetĂŒmmel, auf der Westseite wird der Sieg gefeiert.cite-ref-24[24]
Schlusssteine
An der Ost- und Westseite sind die Schlusssteine als Voluten gestaltet und zeigen je eine auf AkanthusblĂ€ttern stehende Figur, deren ursprĂŒngliche Höhe etwa 0,9 bis 1 m betragen hat. Die Schlusssteine wurden wegen ihrer statischen Bedeutung auch mit symbolischen Darstellungen versehen, die man besonders gewichten wollte:
âą Ostseite: Virtus oder Roma
⹠Westseite: Honos oder Genius des römischen Volkes.
Im Blick auf das Gesamtprogramm des Titusbogens hĂ€lt Michael Pfanner nur die Interpretation als Virtus und Honos fĂŒr plausibel. Beide Gottheiten assistieren Titus auf dem Triumphatorrelief. Die beiden Victorien der Ostfassade des Titusbogens reichen Virtus Attribute des Kampfes, wĂ€hrend Honos von den Victorien der Westfassade Attribute des Sieges dargeboten werden.cite-ref-25[25]
Kleiner Fries
Ein 0,45 m hoher Fries aus Lunensischem Marmor umspannte ursprĂŒnglich das gesamte Bauwerk oberhalb des Durchgangs; erhalten ist davon ein 9,45 m breiter Teil auf der Ostseite. Die Figuren sind 0,37 bis 0,40 m groĂ und stark beschĂ€digt. Man erkennt einen Teil des Triumphzugs, der sich von links nach rechts bewegt. Insgesamt fĂŒnf geschmĂŒckte Opferstiere werden von Kultpersonal und Toga tragenden Römern begleitet. Dann folgt ein von vier TrĂ€gern gehaltenes SchaugerĂŒst, auf dem ein ruhender Flussgott (der personifizierte Jordan) zu sehen ist. Sein Mantel umhĂŒllt HĂŒften und Beine. Die linke Hand stĂŒtzt sich auf eine liegende Hydria, aus der Wasser strömt. Die rechte Hand hĂ€lt SchilfstĂ€ngel.cite-ref-26[26]
Vergleichbare kleine Friese findet man unter anderem auch an der Ara Pacis sowie am Trajansbogen von Benevent. Charakteristisch ist die frontale Darstellung relativ gedrungener Figuren mit ĂŒberproportional groĂen Köpfen (was der Betrachtung von unten Rechnung trĂ€gt). Der Fries des Titusbogens motiviert die frontale Darstellung, indem er einen kurzen Halt des Zuges darstellt. Die Steinmetzen belebten die Abfolge der vielen einander Ă€hnlichen Figuren recht phantasievoll, zum Beispiel gibt es eine bewegte kleine Szene mit einem sich strĂ€ubenden Stier, der vom Kultdiener (victimarius) gebĂ€ndigt werden muss.cite-ref-27[27]
Geschichte des Titusbogens
Vorgeschichte: Ein zu Lebzeiten des Titus errichteter Ehrenbogen
Im Circus Maximus lieĂ der Senat dem Titus im Jahr 81, noch zu dessen Lebzeiten, einen Ehrenbogen errichten, welcher bis ins Mittelalter bestand und danach entweder zerfiel oder abgebrochen wurde, um seine Steine als Baumaterial zu verwenden.cite-ref-barron3-28-0[28]
FĂŒr das Aussehen des Bogens werden ein Mosaik aus der Villa Romana del Casale (Piazza Armerina, Sizilien) und ein Relief im Palazzo Trinci (Foligno) herangezogen. Beide Bildquellen des 3./4. Jahrhunderts stellen ein Wagenrennen im Circus Maximus dar. Demnach handelte es sich bei dem Ehrenbogen fĂŒr Titus um einen dreitorigen Bogen mit vier freien SĂ€ulen und vier Pilastern sowie einer Quadriga als Attikabekrönung.cite-ref-barron3-28-1[28]
Die Widmungsinschrift ist durch eine als genau geltende Abschrift im Codex Einsidlensis 326 (8./9. Jahrhundert) bekannt. Sie lautete:
âSENATUS
POPULUS(QUE) ROMANUS
IMPERATORI TITO CAESARI DIVI VESPASIANI F(ILIO) VESPASIAN[O] AUGUSTO
PONTIF(ICI) MAX(IMO) TRIB(UNICA) POT(ESTATE) X IMP(ERATORI) XVII [C]O(N)S(ULI) VIII P(ATRI) P(ATRIAE) PRINCIPI SUO
QUOD PRAECEPTIS PATRI[IS] CONSILIISQ(UE) ET AUSPICIIS GENTEM
IUDAEORUM DOMUIT ET URBEM HIERUSOLYMAM OMNIBUS ANTE
SE DUCIBUS REGIBUS GENTIBUS AUT FRUSTRAM PETITAM AUT
OMNINO INTEMPTATUM DELEVITâcite-ref-29[29]
(Der Senat
und das Volk von Rom
fĂŒr den Imperator Titus Caesar Vespasianus Augustus, den Sohn des vergöttlichten Vespasianus
den Pontifex Maximus, zum zehnten Mal Tribun, zum 17. Mal Imperator, zum achten Mal Konsul, den Vater des Vaterlandes, seinem Princeps.
DafĂŒr, dass er auf Anweisung und gemÀà dem Plan seines Vaters unter dessen Oberbefehl das Volk
der Juden bezwang und die Stadt Jerusalem, die vor ihm von allen
FĂŒrsten, Königen und Völkern entweder vergeblich belagert oder
gar nicht erst angegriffen worden war, zerstörte.)
Der Kanoniker Benedictus, Verfasser des PilgerfĂŒhrers Mirabilia urbis Romae (um 1143), missverstand diese Inschrift, da er Vespasianus nicht als Namensbestandteil des Titus erkannte, und schrieb den Ehrenbogen daher Vespasian und Titus zu.cite-ref-30[30]
Dass Jerusalem vor Titus nie erobert wurde, ist eklatant falsch â die Stadt war zuvor mehrfach erobert worden, unter anderem von Pompeius 63 v. Chr. und Sosius 37 v. Chr.cite-ref-31[31] Die Inschrift wĂ€hlt ein ungewöhnlich gewaltbetontes Vokabular und unterstreicht das noch, indem delevit (er hat zerstört) in Endposition gesetzt wird. Domuit (er hat bezwungen) lĂ€sst an das ZĂ€hmen wilder Tiere denken. Den besiegten Feind sprachlich zu entmenschlichen, war im Kontext der Versklavung ĂŒblich. Die Inschrift legte damit nahe, dass nicht nur die aufstĂ€ndischen JudĂ€er, sondern alle Juden zu Sklaven der Römer geworden wĂ€ren.cite-ref-32[32]
Der Bogen befand sich mitten auf der Achse der SĂŒdostkurve des Circus Maximus. 2014 und 2015 wurden die Fundamente gefunden und archĂ€ologisch gesichert, indem sie wieder zugeschĂŒttet wurden.cite-ref-33[33]
Der Titusbogen in der Baupolitik Domitians
â[Domitian] lieĂ in allen Regionen der Stadt so viele riesige verdeckte DurchgĂ€nge und Triumphbögen bauen, daĂ man auf einem in griechischen Buchstaben geschrieben hat: âEs ist genugâ.â
â
Sueton
:
Domitianus
13,2
Solche Ehrenbögen mussten formell jedes Mal vom Senat beschlossen werden, wie auch aus der Widmungsinschrift des Titusbogens hervorgeht.
Die Beurteilung der Politik Domitians ist dadurch erschwert, dass Sueton und andere antike Historiker ihm gegenĂŒber entschieden negativ eingestellt waren. Sueton behauptete, dass Domitian zwar die Divinisierung seines verstorbenen Bruders veranlasst, Titus aber davon abgesehen keiner Ehren fĂŒr wĂŒrdig gehalten, ja sogar abfĂ€llig ĂŒber ihn gesprochen habe.cite-ref-35[35] Dies trifft nicht zu. Vielmehr zeigte Domitian Vater und Bruder gegenĂŒber auf verschiedene Weise seine PietĂ€t. Indem er den Ruhm der verstorbenen Flavier förderte, legitimierte er auch seine eigene Herrschaft. âIhm konnte nichts gelegener sein als zu unterstreichen, daĂ er Sohn und Bruder von divi sei.âcite-ref-pfanner100-36-0[36] Seine Baupolitik unterstreicht diese Anliegen: Titus hatte fĂŒr den Kult des vergöttlichten Vespasian einen Tempel errichten lassen, Domitian weihte diesen auch dem Kult des Titus. In spĂ€teren Regierungsjahren lieĂ er einen Tempel zum Kult der Flavierfamilie anlegen (templum gentis Flaviae) und dort vielleicht auch die Asche von Vater und Bruder deponieren.cite-ref-pfanner100-36-1[36]
SpĂ€tantike und frĂŒhmittelalterliche ErwĂ€hnungen des Titusbogens
Das Mausoleum der Haterii wurde im 2. Jahrhundert an der Via Labicana errichtet. Eines seiner Reliefs (Foto) zeigt verschiedene Bauwerke Roms â die Haterier waren an mehreren Bauprojekten der Flavierzeit beteiligt, worauf hier mit Stolz hingewiesen wurde.cite-ref-37[37] Ein Bauwerk wird mit Inschrift als âBogen auf der Höhe der Via sacraâ (arcus in sacra via summa) bezeichnetcite-ref-38[38] und oft mit dem Titusbogen identifiziert. Die Architektur weist keine Ăhnlichkeit auf; die Lokalisierung des im Relief dargestellten Bogens ist unklar, da der Verlauf der Via sacra in der Flavierzeit nicht feststeht. Da aber kein anderes Bogenmonument bekannt ist, welches hier besser passen wĂŒrde, âbleibt es am plausibelsten, auf dem Haterierrelief den Titusbogen zu erkennen.âcite-ref-39[39]
Aus einer Nachricht Cassiodors lĂ€sst sich entnehmen, dass der Bogen in der Antike als bronzene Attikabekrönung Titus auf einer Elefanten-Quadriga zeigte.cite-ref-40[40] Cassiodor teilt nĂ€mlich mit, der Gotenkönig Theodahad habe in den Jahren 535/536 die Restaurierung bronzener Elefanten in Auftrag gegeben, welche auf die Via Sacra herunterzufallen drohten. Da die Via Sacra im 6. Jahrhundert ihren Verlauf durch den Titusbogen nahm, ist es plausibel, dass dieser hier gemeint ist. Eine Elefanten-Quadriga wĂŒrde gut zum Gesamtprogramm des Bogens passen.cite-ref-41[41]
Der Codex Einsidlensis 326, ein PilgerfĂŒhrer zu den heiligen StĂ€tten Roms, erwĂ€hnt im 9. Jahrhundert den (heute nicht mehr vorhandenen) Titusbogen im Circus Maximus als ARCU IN CIRCO MAXIMO, wĂ€hrend der unter Domitian errichtete Titusbogen als AD VII LUCERNAS âBei den sieben Lampenâ bezeichnet wird â gemeint ist der siebenarmige Leuchter auf dem Beuterelief.cite-ref-42[42]
Der Titusbogen vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit
Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert wurde der Titusbogen als eines der Eingangstore der Festung der Adelsfamilie Frangipani genutzt. Diese Festung umschloss den Tempel der Venus und der Roma, Teile des Palatins, den Konstantinsbogen sowie spÀter auch das Kolosseum.
Im PilgerfĂŒhrer Mirabilia urbis Romae (um 1143) wurden zwei Titusbögen unterschieden: jener im Circus Maximus und jener âbei Santa Maria Nuova zwischen dem gröĂeren Palast und dem Tempel des Romulus, der Bogen der Sieben Lampen fĂŒr Titus und Vespasian, wo man den siebenarmigen Leuchter des Mose und die Bundesladecite-ref-43[43] sehen kann.âcite-ref-44[44] Seit dem 12. Jahrhundert ist bezeugt, dass pĂ€pstliche Prozessionen an bestimmten Feiertagen und stĂ€dtischen Gedenktagen den Titusbogen durchzogen. Der neugewĂ€hlte Papst zog mit seinem Gefolge in Prozession von der Lateranbasilika zum Petersdom; dieser feierliche Adventus, mit der der neue Papst symbolisch die Herrschaft ĂŒber Rom ĂŒbernahm, ĂŒberquerte das Forum und durchzog dabei den Titusbogen. Der Erste Kreuzzug hatte Jerusalem und den Tempelberg unter christliche Kontrolle gebracht. Auf Rom wirkte dieser Erfolg so zurĂŒck, dass die Lateranbasilika nun als âneuer [Jerusalemer] Tempelâ interpretiert werden konnte (Konzept der translatio templi). Angeblich war die Lateranbasilika auch im Besitz der von Titus erbeuteten TempelgerĂ€te Menora und Bundeslade [= Schaubrottisch].cite-ref-45[45]
Aus dem 15. Jahrhundert sind mehrere MaĂnahmen von PĂ€psten zum Schutz der antiken Monumente Roms bekannt, die auch dem Titusbogen zugutekamen. Eine auf den 21. Mai 1466 datierte Rechnung galt wahrscheinlich der Errichtung einer geziegelten StĂŒtzmauer, die den baufĂ€lligen Bogen an der SĂŒdseite sicherte. Sie blieb bis zur groĂen Renovierung des frĂŒhen 19. Jahrhunderts bestehen.cite-ref-pfanner4-46-0[46]
Der Kupferstich von Giovanni Battista Falda (Foto) zeigt, wie der Titusbogen im 17. Jahrhundert in den GebÀudekomplex des Olivetanerklosters einbezogen war. An den Titusbogen war ein Getreidespeicher angebaut.cite-ref-pfanner4-46-1[46] In der Attikakammer des Titusbogens wohnten anscheinend Mönche. Ab 1715 wurde die Kammer renoviert.cite-ref-pfanner4-46-2[46]
19. Jahrhundert
Am 8. Januar 1808 befahl Napoleon Bonaparte die militĂ€rische Besetzung des Kirchenstaats. Im Februar wurde Rom eingenommen. Die französische Verwaltung (Konsulata) unter dem Kommandanten Sextius Alexandre François de Miollis brachte zahlreiche stadtplanerische Projekte auf den Weg. âDie urbanistischen Strukturen wurden nach den Kriterien der VerwaltungsrationalitĂ€t und der kaiserlichen Grandeur neu geordnet.âcite-ref-47[47] Zu diesen VerĂ€nderungen im Stadtbild gehörte ein âGarten des Kapitolâ, der sich zwischen Kapitol und Kolosseum erstrecken sollte. Eine von Antonio Canova geschaffene Statue Napoleons als Kriegsgott Mars sollte in der Mitte des Forum Romanum zwischen Septimius-Severus-Bogen und dem freigestellten Titusbogen zu stehen kommen. Die Bedeutung eines von seiner Umbauung befreiten Titusbogens fĂŒr das Stadtbild Roms war damit erkannt. Die Niederlegung angrenzender GebĂ€ude fĂŒhrte aber zu statischen Problemen des Titusbogens. 1813 wurde deshalb geplant, den Bogen entweder durch geziegelte StĂŒtzmauern an beiden Seiten zu stabilisieren oder ihn abzureiĂen und neu aufzubauen. Dazu kam es dann nicht mehr. Nachdem sich Napoleon 1814 aus Rom zurĂŒckgezogen hatte und bald darauf endgĂŒltig besiegt wurde, plante Papst Pius VII. die Wiederherstellung der alten GröĂe Roms. RenovierungsmaĂnahmen an antiken Monumenten gingen einher mit RĂŒckgabeforderungen antiker Kunstwerke der vatikanischen Sammlungen, die nach Frankreich verbracht worden waren.cite-ref-48[48]
Die Restaurierung des Titusbogens wurde von Raffaelo Stern als Architekt des Apostolischen Stuhls 1818 begonnen. Stern lieĂ die zu ergĂ€nzenden Travertinblöcke anfertigen und den Bogen einrĂŒsten, aber die Arbeiten gingen nur langsam voran. Ende 1820 starb Stern bei einem Unfall. Daraufhin wurde Giuseppe Valadier mit der Leitung der Restaurierung beauftragt.cite-ref-49[49] Valadier plante, den Bogen abzureiĂen und neu aufzubauen. Er legte dies 1821 in einem Vortrag dar, der auch als BroschĂŒre gedruckt wurde. Valadier interpretierte den Titusbogen als Sieg Roms ĂŒber das Judentum und stellte dabei eine KontinuitĂ€t zwischen den römischen Kaisern und den PĂ€psten her. Hatte die französische Besatzungszeit fĂŒr die jĂŒdische Gemeinde Roms rechtliche Verbesserungen gebracht, so wurde dies wĂ€hrend des Pontifikats Pius VII. konsequent zurĂŒckgenommen.cite-ref-50[50] Pfanner zufolge hatte Stern die gesamte Restaurierung konzipiert, und Valadier, der eigentlich andere PlĂ€ne hatte, setzte Sterns Konzept um. Dieses bestand darin, ErgĂ€nzungen aus Travertin, nicht aus Marmor anzufertigen und dafĂŒr schmucklose Profile zu wĂ€hlen, so dass der Betrachter die antike Bausubstanz von HinzufĂŒgungen unterscheiden konnte. Der Titusbogen gilt somit als das erste Beispiel einer modernen Restauration. Valadier erwĂ€hnte zunĂ€chst korrekt Sterns Anteil an den Planungen, lieĂ aber beim Wiederabdruck seiner BroschĂŒre 1833 alle Hinweise auf Stern weg und stellte sich als den alleinigen Restaurator des Bogens dar. Um die verschobenen Archivoltsteine zu justieren, lieĂ Valadier das obere Drittel des Bogens abbauen und wieder neu zusammenfĂŒgen. Die Archivoltblöcke wurden allerdings ungenau versetzt, ebenso das GebĂ€lk ĂŒber dem sĂŒdlichen Durchgangskapitell an der Ostseite. Valadier lieĂ die Attikakammer einreiĂen, weil er sie fĂŒr mittelalterlich hielt, und wĂ€hlte fĂŒr das Abschlussgesims der Attika irrigerweise den Bogen von Ancona als Vorbild.cite-ref-51[51]
20. Jahrhundert
Die VerĂ€nderungen des Titusbogens im 20. Jahrhundert lassen sich auch anhand historischer Fotografien nachvollziehen. Bei der Ausgrabung des Forum Romanum ab 1901 wurden auch die Fundamente des Titusbogens bis in 4 m Tiefe untersucht. Der Bogen wurde mehrfach fĂŒr kleinere Restaurierungsarbeiten eingerĂŒstet, bei denen abgelöste Fragmente mit Mörtel und Klammern befestigt wurden. Im Zweiten Weltkrieg war der Titusbogen durch einen Schutzbau aus Mauern und SandsĂ€cken dem Blick entzogen.cite-ref-52[52] Gil Yaron schreibt, dass die Briten wĂ€hrend dieses Krieges eine Verschwörung jĂŒdischer Offiziere aufdeckten, die angeblich die Sprengung des Triumphbogens bei der Eroberung Roms planten.cite-ref-gilyaron-jerusalem-53-0[53] Nachdem die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 29. November 1947 die GrĂŒndung des Staates Israel beschlossen hatte, versammelten sich die Mitglieder der jĂŒdischen Gemeinde Roms und HolocaustĂŒberlebende aus verschiedenen Staaten mit einer Menora am Titusbogen und durchzogen ihn in Gegenrichtung. Damit sollte das Exil symbolisch beendet und die RĂŒckkehr der Menora und der Menschen nach Eretz Israel ausgedrĂŒckt werden.cite-ref-54[54]
In den 1960er Jahren schloss man die LĂŒcken des GebĂ€lkgesimses mit Travertin, um zu verhindern, dass eindringendes Wasser den Marmor zerstörte. Der Kleine Fries wurde von der RĂŒckseite her chemisch verfestigt; dazu musste der Boden der Attikakammer geöffnet werden. Die SchĂ€den durch Luftverschmutzung lieĂen sich nicht verhindern und wurden in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts immer offensichtlicher. MarmoroberflĂ€chen, die auf historischen Fotos der 1920er und 1930er Jahre noch fast intakt wirken, waren Ende der 1970er Jahre im Zustand des fortgeschrittenen Verfalls. Dies verĂ€ndert auch die Wahrnehmung des Monuments, da die ursprĂŒnglich fein ausgearbeitete Bauornamentik nun grob wirkt. Hinzu kommen BeschĂ€digungen durch Graffiti und Vandalismus, so wurde einer der TrĂ€gerfiguren des Beutereliefs vor 1979 der Oberarm abgeschlagen.cite-ref-55[55]
Architektonische Bezugnahmen auf den Titusbogen
Der Trajansbogen von Benevent folgt dem Vorbild des Titusbogens. Die Ăhnlichkeiten sind nach Pfanner nicht dadurch zu erklĂ€ren, dass die gleiche BauhĂŒtte tĂ€tig gewesen wĂ€re. Seine Erbauer setzten sich vielmehr mit dem Titusbogen auseinander, indem sie Elemente kopierten, aber auch Fehler korrigierten und neue Lösungen suchten.cite-ref-56[56]
Unter den Bezugnahmen auf den Titusbogen in der Renaissancearchitektur ist der Portikus hervorzuheben, den Leon Battista Alberti fĂŒr die Basilika SantâAndrea (Mantua) entwarf.cite-ref-57[57]
Im 19. Jahrhundert, vor dem Hintergrund des europĂ€ischen Imperialismus, erfreuten sich Triumphbögen groĂer Beliebtheit; dabei wurden gerne die Proportionen des Titusbogens kopiert:cite-ref-58[58]
âą Arc de Triomphe de lâĂtoile (Paris), Architekt: Jean-François Chalgrin;
âą Porte dâAix (Marseille), Architekt: Michel-Robert Penchaud;
âą Wellington Arch (London), Architekt: Decimus Burton;
âą India Gate (Delhi), Architekt: Edwin Lutyens;
âą Siegestor (MĂŒnchen), Architekt: Friedrich von GĂ€rtner.
Literatur
âą Michael Pfanner: Der Titusbogen (= BeitrĂ€ge zur ErschlieĂung hellenistischer und kaiserzeitlicher Skulptur und Architektur. Band 2). von Zabern, Mainz 1983, ISBN 3-8053-0563-X (Digitalisat).
âą Gerhard Koeppel: Die historischen Reliefs der römischen Kaiserzeit VI: Reliefs von bekannten Bauten der augusteischen bis antoninischen Zeit. In: Bonner JahrbĂŒcher 189, 1989, S. 17â71, besonders S. 52â54 (Digitalisat).
⹠Heiner Knell: Bauprogramme römischer Kaiser (= Zaberns BildbÀnde zur ArchÀologie/Antike Welt. Sonderheft). von Zabern, Mainz 2004, ISBN 3-8053-3326-9.
âą Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back. Brill, Leiden/Boston 2021, ISBN 978-90-04-44778-3.
Weblinks
Commons
: Titusbogen
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Titusbogen
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Der Titusbogen bei Roma Antiqua â Rom im Netz
âą Artikel in Platner/Ashby, A Topographical Dictionary of Ancient Rome (englisch)
âą Inschriften des Titusbogens (englisch)
Anmerkungen
cite-note-11. â 30,28 m ĂŒber dem Meeresspiegel, gemessen an der Oberkante des Travertinfundaments.
cite-note-22. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 101.
cite-note-33. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 13.
cite-note-55. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 16.
cite-note-66. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 91 f.
cite-note-77. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 10.
cite-note-88. â Ăbersetzung nach Klaus Bartels: Roms sprechende Steine. Inschriften aus zwei Jahrtausenden gesammelt, ĂŒbersetzt und erlĂ€utert. 4. Auflage, Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz 2012, ISBN 978-3-8053-4478-4, S. 53.
cite-note-99. â Marina Caffiero: Valadier at the Arch of Titus: Papal Reconstruction and Archeological Restoration under Pius VII. In: Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back, Leiden/Boston 2021, S. 103â114, hier S. 108.
cite-note-1010. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 9 f. und 22.
cite-note-1111. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 16 und 19.
cite-note-1212. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 20 f.
cite-note-1313. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 19.
cite-note-1414. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 25â29.
cite-note-1515. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 32.
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cite-note-1717. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 23.
cite-note-1818. â Barbara Eberhardt: Wer dient wem? Die Darstellung des flavischen Triumphzuges auf dem Titusbogen und bei Josephus (B.J. 7.123â162). In: Joseph Sievers, Gaia Lembi (Hrsg.): Josephus and Jewish History in Flavian Rome and Beyond (= Supplements to the Journal for the Study of Judaism. Band 104). Brill, Leiden 2005, S. 257â277, hier S. 262 f.
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cite-note-2323. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 77 f.
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cite-note-2525. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 81 f.
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cite-note-3030. â Katharina Bolle: Die Kommune Rom und ihre Inschriften. Ein Blick aus althistorischer Perspektive. In: Katharina Bolle, Marc von der Höh, Nikolas Jaspert (Hrsg.): Inschriftenkulturen im kommunalen Italien. Traditionen, BrĂŒche, NeuanfĂ€nge (= Materiale Textkulturen. Band 21). De Gruyter, Berlin/Boston 2019, S. 225â266, hier S. 247. (Digitalisat).
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cite-note-3232. â Caroline Barron: The (lost) Arch of Titus: the visibility and prominence of victory in Flavian Rome, Rom 2020, S. 6 f.
cite-note-3333. â Zweiter Titusbogen in Rom entdeckt. In: Deutsche Welle, 29. Mai 2015; Rom öffnet neuen Circus Maximus. In: Frankfurter Neue Presse, 16. November 2016.
cite-note-341. Ăbersetzung: Hans Martinet (Hrsg.): Die Kaiserviten. BerĂŒhmte MĂ€nner / De vita Caesarum. De viris illustribus. Lateinisch-deutsch. 4. Auflage, Akademie Verlag, Berlin 2014, S. 913.
cite-note-3535. â Sueton: Domitianus 2,3.
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cite-note-3737. â Musei Vaticani: Mausoleum der Haterii.
cite-note-3939. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 3.
cite-note-4040. â Cassiodor: Variae 10, 30, 1.
cite-note-4141. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 3.
cite-note-4242. â Marie-ThĂ©rĂšse Champagne: Pagan Rome in the Service of the Church: Christian Perceptions of the Arch of Titus in the Middle Ages. In: Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back. Brill, Leiden/Boston 2021, S. 63â74, hier S. 66.
cite-note-4343. â Der Schaubrottisch auf dem Beuterelief wurde als Bundeslade missverstanden.
cite-note-4444. â Marie-ThĂ©rĂšse Champagne: Pagan Rome in the Service of the Church: Christian Perceptions of the Arch of Titus in the Middle Ages. In: Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back. Brill, Leiden/Boston 2021, S. 63â74, hier S. 67.
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cite-note-4747. â Massimo Cattaneo: Das napoleonische Rom (1809â1814). In: Guido Braun et al. (Hrsg.): Napoleonische Expansionspolitik: Okkupation oder Integration? De Gruyter, Berlin/Boston 2013, S. 83â101, hier S. 89.
cite-note-4848. â Marina Caffiero: Valadier at the Arch of Titus: Papal Reconstruction and Archeological Restoration under Pius VII. In: Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back, Leiden/Boston 2021, S. 103â114, hier S. 104.
cite-note-4949. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 9 f.
cite-note-5050. â Marina Caffiero: Valadier at the Arch of Titus: Papal Reconstruction and Archeological Restoration under Pius VII. In: Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back, Leiden/Boston 2021, S. 103â114, hier S. 107â111.
cite-note-5151. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 10 f.
cite-note-5252. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 11 f.
cite-note-gilyaron-jerusalem-5353. â Gil Yaron: Jerusalem ein historisch-politischer StadtfĂŒhrer. Original-Ausgabe, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-60167-5, S. 36 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-5454. â Steven Fine (Hrsg.): The Arch of Titus. From Jerusalem to Rome â and Back, Leiden/Boston 2021, S. 190.
cite-note-5555. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 12.
cite-note-5656. â Michael Pfanner: Der Titusbogen, Mainz 1983, S. 22 und 44.
cite-note-5757. â Andrew Zissos: The Flavian Legacy. In: Andrew Zissos (Hrsg.): A Companion to the Flavian Age of Imperial Rome. Wiley, Chichester 2016, S. 487â514, hier S. 509.
cite-note-5858. â Andrew Zissos: The Flavian Legacy. In: Andrew Zissos (Hrsg.): A Companion to the Flavian Age of Imperial Rome. Wiley, Chichester 2016, S. 487â514, hier S. 510.
41.89069166666712.488586111111coordinatesKoordinaten: 41° 53âČ 26,5âł N, 12° 29âČ 18,9âł O